Impulsvortrag beim 3. Netzwerktreffen "Wissenschaftlicher Nachwuchs der Orden"

Foto: Les Dominicains, La Sarte

[19.07.2019] Am 12./13. Juli 2019 trafen sich im Franziskanerkloster Frauenberg in Fulda ein gutes Duzend Nachwuchswissenschaftlerinnen, denen gemeinsam ist, dass sie allesamt Mitglieder eines Ordens oder einer Geistlichen Gemeinschaft sind. Das nach 2017 und 2018 nunmehr dritte Treffen des Netzwerks "Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Orden" widmete sich Fragen nach Relevanz und Transfer der verschiedenen Forschungsarbeit (Impuls: Dr. Stefan Walser OFMCap, Münster).  

Den zweiten Tag des Treffens gestaltete Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) mit einem Impulsreferat zum Thema "Berufung zum Ordensleben - Berufung zur Wissenschaft". Im Anschluss an Texte der pastoralen Kirchenkonstitution "Gaudium et spes" des Zweiten Vatikanischen Konzils, des französischen Soziologen Pierre Bourdieu über eine engagierte Wissenschaft und des ehemaligen Ordensmeisters der Predigerbrüder Bruno Cadoré OP suchte Engel persönliche Haltungen zu beschreiben, die das Studium in den Orden nicht (zuerst) als Trittleiter von akademischen Karrieren begreifen. Statt dessen, so Engels These, leistet das wissenschaftliche Arbeiten von Ordensfrauen und -männern primär einen Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums. Denn zur Verkündigung des Evangeliums – gleich ob durch Einzelne oder durch eine Gemeinschaft – gehört notwendig eine Reflexionsschleife (vgl. Apg 8,30b: „Verstehst du auch, was du liest?“). Insofern ist das Studium notwendige Voraussetzung für die Verkündigung von Ordensleuten.