Thomas Eggensperger OP spricht auf Jubiläumstagung des ICS Münster

 

Abb.: ICS Münster

[17.07.2021] Als das Institut für Christliche Sozialwissenschaften 1951 gegründet wurde, sah sich dieses noch junge und keineswegs flächendeckend an Fakultäten vertretene Fach vor die Aufgabe gestellt, die Gesellschaft als seinen Gegenstand mit den zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Mitteln zu begreifen und zu analysieren. Zugleich sollte die Stimme des christlichen Glaubens in dieser Gesellschaft hörbar gemacht und in ihren Strukturen wirksam zur Geltung gebracht werden. Dieser Anspruch ist auch nach 70 Jahren noch aktuell; seine inhaltliche Ausgestaltung jedoch sieht sich gänzlich anderen Voraussetzungen gegenüber. Der Wandel der grundlegenden sozialethischen Reflexionsgegenstände – Gesellschaft und Praxis – ebenso wie deren veränderte Wahrnehmung und Beschreibung werfen weitreichende Fragen hinsichtlich der theoretischen Konstitution des Faches auf: Wie lässt sich das Verhältnis zwischen der Christlichen Sozialethik als Wissenschaft und ihren Gegenständen adäquat bestimmen? Mit welchen Entwürfen und Kategorien aus der eigenen Tradition wie aus dem Fundus nichttheologischer Disziplinen kann sie die anstehenden Herausforderungen angehen? Und wie ist die Christlichen Sozialethik angesichts dieser Herausforderungen innerhalb des theologischen Fächerkanons zu verorten? Diesen und weiteren Fragen widmete sich die vom 14. bis 16. Juli 2021 hybrid durchgeführte internationale Fachtagung „Christliche Sozialethik – eine zugleich sozialwissenschaftliche und theologische Disziplin“ anlässlich des 70. Jubiläums der Gründung des Institut für Christliche Sozialwissenschaften.

Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster), einer der Redner auf der Jubiläumstagung, suchte in seinem Vortrag das noch junge Fach der Sozialethik im Spannungsfeld zwischen „Theologie“ und „Spiritualität“ zu verorten. Mit diesem Ansatz konnte er in einen fruchtbaren Dialog mit seinem Vorredner Prof. Dr. Markus Vogt (LMU München, Kath.-Theol. Fakultät, Lehrstuhl für Sozialethik) treten, der sich in seinen Ausführungen mit der "Theologie der Sozialethik im Blick auf die Praxis gelebter Freiheit" befasst hatte. 

Eine Publikation der Tagung ist geplant.

 

 

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