Bernhard Kohl OP: Beitrag in "Irritatio" 2014

 

[20.11.2014] In der neuen Nummer der Zeitschrift "Irritatio. Informationen und Anregungen für Kirche und Hochschule" (Ausgabe 2014) schreibt Bernhard Kohl OP, Dipl.-Theol., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut M.-Dominique Chenu Berlin und Studierendenseelsorger der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Edith Stein Berlin, über das Thema "Gastfreundschaft".

Ausgehend von Jacques Derrida hebt Kohl den paradoxalen Charakter der Gastfreundschaft hervor:

"Wenn man dem französischen Philosophen Jacques Derrida folgt, dann hat Gastfreundschaft immer einen paradoxen Charakter (Derrida 2007). Diese Annahme begründet sich in drei Überlegungen. Erstens betrachtete Derrida die absolute Andersheit des Gastes als Vorbedingung der Gastfreundschaft. Aus ihr erwächst die Verpflichtung, den Gast als einen absolut Anderen zu empfangen, seine eigene Souveränität zurückzustellen und Gastfreundschaft absolut und unbedingt zu offerieren. Gleichzeitig setzt Gastfreundschaft Ungastlichkeit, Bedingtheit voraus. Gastfreundschaft kann nur gewährt werden, wenn ich als Gastgeber ein Haus besitze, dessen Türen ich öffnen; wenn ich Grenzen gezogen habe, die jemand überschreiten; wenn ich Besitz habe, den ich teilen kann. Beides folgt dabei nicht nacheinander, sondern im selben Augenblick, mehr noch: Der gastfreundliche Augenblick entsteht aus und in diesem Widerspruch. (...)"

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