"Die gefährliche Sehnsucht nach Klarheit"

[2.7.2015] Junge Männer ohne Perspektive entdecken eine radikale Form des Islam für sich und verstehen sich als Gotteskrieger. Sog. "Wutbürger" gehen in Dresden und anderswo für das christliche Abendland auf die Straße, auch wenn sie noch nie in der Kirche waren. Die Volkskirche schrumpft, zugleich wachsen überzeugte Glaubensgemeinschaften. Warum, so fragte die Journalistin Kirsten Dietrich am 1. Mai 2015 in ihrem WDR 3-Radiofeature "Die gefährliche Sehnsucht nach Klarheit", warum sind die Extreme so schick, haben Zweifel und Kritik so einen schlechten Ruf? Im Verhältnis von Religion und Moderne spielt Fundamentalismus eine immer größere Rolle. Was macht ihn so anziehend, für Freund wie Feind?

Einer der Gesprächspartner in der Sendung der renommierten Reihe "Lebenszeichen" war Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PTH Münster). Vehement plädiert er für einen theologischen Identitätsbegriff, der prozessualen Veränderungen und biographische Neuaufbrüche mit berücksichtigt. Biblisch gesehen hat Glauben immer etwas mit Unterwegssein zu tun. Und ein Glaube wäre kein Glaube, wenn er nicht den Zweifel kennte... 

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