Thomas Eggensperger OP mit "Salzkörner"-Beitrag auch im ZdK-Podcast 

Abb.: www.zdk.de

[25.08.2020] Für die Zeitschrift "Salzkörner" des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat der Sozialethiker Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP. M.A. (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) jüngst einen Beitrag zum Thema Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie verfasst.

Themen wie „Urlaub“ und „Reise“ sind zur Zeit verbunden mit dem „Aber“-Wort! Urlaub ist okay (zumal im Sommer), aber... –Reisen sind notwendig (privat und geschäftlich), aber...! War das „Aber“ in den ersten Monaten des Jahres noch verbunden mit „Umwelt“, „KlimaC und „Greta Thunberg“, so hat sich das Bindemoment verändert: Das „Aber“ ist mittlerweile die sprachliche Vorwarnung zum Phänomen „Corona“. Das COVID-19-Virus hat sich nicht nur in menschliche Kör-per hineingedrängt, sondern bestimmt aktuell das Leben in der Gesellschaft und ihre Mobilität. Es ist prinzipiell die Absicht einer (Urlaubs-)Reise, einen anderen Ort aufzusuchen. Man erwartet nicht nur Ortswechsel, sondern auch Entspannung der besonderen Art, und mehr noch, das Erfahren ganz neuer Eindrücke.

Hören Sie hier den gesamten Podcast >> 

 

Zur Ausgabe 4/2020 der "Salzkörner" >>

Website des ZdK >> 

 

 

 

 

 

 

Sozialethiker fordert Kirchen zu mehr Transparenz und Kommunikation auf

Abb.: katholisch.de

[10.08.2020] Ein Kirchensteuerrabat für Berufseinsteiger? Der Sozialethiker Thomas Eggensperger findet den Ansatz zwar interessant – hält aber andere Wege für sinnvoller, um Leute vom Austritt abzuhalten. Wichtig sei vor allem Transparenz vonseiten der Kirche.

Der Dominikaner und Sozialethiker Thomas Eggensperger plädiert angesichts der Debatte über einen Kirchensteuerrabatt für junge Mitglieder dafür, die Verwendung der Abgabe kirchlicherseits offen zu kommunizieren. "In dem Augenblick, wenn junge Leute beginnen, Kirchensteuer zu zahlen, muss die Kirche ihnen signalisieren, wofür dieses Geld verwendet wird", sagte der Geschäftsführende Direktor des Berliner Instituts M.-Dominique Chenu und Professor für Sozialethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster am Montag auf Anfrage von katholisch.de. So könnte sich das jeweilige Bistum mit einem Schreiben an die erstmaligen Zahler wenden oder sie zu einem Beratungsgespräch einladen. Gleichzeitig müsse die Kirche betonen, welchen Sinn und welche Vorteile eine Mitgliedschaft bei ihr habe. "Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn man auf seiner Lohnabrechnung erstmals den Abzug der Kirchensteuer sieht."

Zusätzlich könnte die Kirche darüber nachdenken, den Steuerzahlern mehrere Optionen zu bieten, wohin das Geld fließen solle, so Eggensperger weiter. "Viele haben den Eindruck, sie bezahlen mit der Kirchensteuer eine diffuse Organisation, die sehr weit weg von ihnen ist." So könnten die Steuerpflichtigen zum Beispiel selbst bestimmen, ob sie Organisationen innerhalb der Kirchenstruktur, etwa Pfarreien oder karitative Einrichtungen, oder außerhalb dieser mit ihrer Abgabe unterstützen wollen. Er kenne beispielsweise viele Menschen, die lieber Ordensgemeinschaften ihr Geld zukommen lassen würden, da sie zu ihnen eine persönliche Verbindung hätten, betont der Dominikaner. "Das bliebe dann quasi immer noch innerhalb der Kirche und beschädigt in keinster Weise die Kirchenmitgliedschaft."

Lesen Sie bei katholisch.de weiter >> 

 

Die Essener Kirchenaustritts-Studie, an der das IMDC maßgeblich beteiligt war (Herder-Verlag) >> 

 

 

 

 

 

 

3/2020: "Mensch und Mitwelt. Schöpfung"

Abbildung: www.wort-und-antwort.de

[10.08.2020] "Bis Anfang dieses Jahres war die Klima- und Umweltkrise in aller Munde. Doch die derzeitige mediale Verdrängung des Themas durch die aktuellen Herausforderungen der weltweiten SARS-CoV-2-Pandemie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Megathema Ökologie und die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Fragen im Globalen Süden wie Norden noch lange virulent bleiben. Wie werden wir unserer ethischen Verantwortung gegenüber unserem Planeten und unseren Mitmenschen gerecht? Welche auch spirituelle Haltung braucht es im Umgang mit der Natur, um künftigen Generationen das Überleben zu sichern?

Ausgehend von den Schöpfungserzählungen im Buch Genesis geht Johannes Roth OFM (Mannheim) im "Stichwort" dem Verhältnis zwischen Mensch und Mitwelt nach. Mit dem Religionsphilosophen Romano Guardini untersucht der Münchner Sozialethiker Markus Vogt die Relation zwischen Macht und Natur und plädiert für die Begrenzung von Macht zur Rettung der Umwelt und des Menschen. Der Soziologe Adrián E. Beling (Berlin) und die Theologin Birgit Weiler MMS (Lima, Peru) widmen sich den sozial-ökologischen Impulsen im Pontifikat von Franziskus, wie sie von seiner Enzyklika Laudato si’ (2015) bzw. der Amazoniensynode im vergangenen Jahr ausgingen. Letztere bewertet Weiler, die selbst an der Synode teilnahm, auch kritisch aus der Perspektive von Frauen. Die Münsteraner muslimische Theologin Asmaa El Maaroufi weitet unseren Blick um eine (Tier-)Ethik des Mitseins von Mensch und Tier auf der Grundlage von Aussagen im Koran.

Ein gelungenes Beispiel für einen möglichst schonenden Umgang einer ganzen Klostergemeinschaft mit den natürlichen Ressourcen stellt Christoph Gerhard OSB, Cellerar der Abtei Münsterschwarzach, vor. Nikolaus Klein SJ (Zürich) erinnert an den ehemaligen Dominikaner Matthew James Fox, der sich in den 1980er Jahren gegenüber der Glaubenskongregation für seine auf Meister Eckhart fußende Schöpfungsspiritualität rechtfertigen musste und schließlich aus dem Orden entlassen wurde. Der ehemalige Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Stefan Vesper schließt mit einer Relektüre des Schlussdokuments der Ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung (1989) und fordert einen neuen Aufbruch für eine ökologische Weltordnung." (Editorial von Dr. Dennis Halft OP)

 

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