Ulrich Engel OP spricht in der Ev.-luth. Marktkirche Hannover über "Politische Spiritualität"

 

Foto: PTH Münster

[10.01.2019] Auf Einladung des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover referierte Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) am 9. Januar 2019 in der Evangelische-lutherischen Stadtkirche Hannover über Spiritualität. Die schon über lange Jahre etablierte Vorlesungsreihe widmet sich 2019 dem Thema "Spiritualität - Auf der Suche nach Sinn und Erfahrung". Im Ausgang von der neuen Politischen Theologie wählte Engel das Thema "Politische Spiritualität". Dazu untersuchte er zwei frühe Texte von Johann Baptist Metz. Zudem griff er auf Tiemo Rainer Peters OP († 2017) zurück. In einem zweiten Teil des Vortrags unternahm Engel eine kritische Relecture des Begriffs des "christlichen Abendlandes" in der Verwendung bei AfD und Pegida. Hier bezeichnete er die "Kaperung" des Terminus "christliches Abendland" durch die neue Rechte als "unchristlich".

Die Vortragseihe ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von der Ev.-luth. Marktkirchengemeinde Hannover, der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover, dem Arbeitsfeld Kirche und Judentum im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, des Begegnung Christen und Juden Niedersachsen e.V., der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hannover, des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover und der Ev. Stadtakademie an der Neustädter Hof- und Stadtkirche Hannover.

 

Programm de Vortragsreihe >>

Website des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover >> 

 

 

 

 

Münsteraner Zeitschrift "Kirche und Schule" rezensiert Essen-Studie

Foto: Verlag Herder, Freiburg/Br.

[05.01.2019] Im Dezember-Heft 2018 der vom Bistum Münster herausgegebenen Zeitschrift "Kirche und Schule" rezensiert Dr. Stephan Chmielus, Mitarbeiter im Generalvikariat der westfälischen Diözese, die Kirchenaustrittsstudie des Bistums Essen, an den auch das Institut M.-Dominique Chenu Berlin maßgeblich mitgearbeitet hat. Der Rezensent schreibt u.a.:

"Mit Blick auf das Bistum Essen bezeichnet Generalvikar Pfeffer die dritte Teilstudie als Fundgrube für theologische 'Hausaufgaben' (S. 11). Erstellt am Institut Marie Dominique Chenu in Berlin greift sie die Ergebnisse der beiden ersten Teilstudien auf und deutet sie als Erosion der „Pastoral der Rahmung" (S. 211). Mit diesem Terminus bezeichnet sie die im Anschluss an das zweite Vatikanum verbreitete Gemeindetheologie, die als Reaktion auf das Verschwinden des katholischen Milieus das Prinzip Gemeinde als quasi-familiäre Lebensgemeinschaften propagierte (S. 216f.). Mit José Casanova interpretieren die Dominikaner Säkularisierung in Europa als Transformationsprozess: Religion verschwindet nicht einfach. Zu beobachten ist vielmehr eine „Selbstermächtigung des religiösen Subjektes" (S. 220). Religiöser Glauben wird von Formen der Zugehörigkeit zu Religionsgemeinschaften befreit. Kirchliche Kontroll- und Sanktionsmechanismen laufen ins Leere; Individualisierung und Pluralisierung werden möglich (S. 221f.). Diese soziologische Tatsache als „Zeichen der Zeit" zu betrachten und vor dem Hintergrund des Evangeliums zu deuten, wie es „Gaudium et spes" fordert, ist der Ansatz, mit dem im Folgenden nach einer Gestalt von Kirche gesucht wird, die den Bedingungen heutiger Gesellschaft entspricht (S. 255).

Gefunden wird sie in Orientierung am Modell der Sozialen Bewegungen. Ein Rückblick auf bibelwissenschaftliche Befunde zur sozialen Gestalt der Jesusbewegung (S. 223ff.) macht deutlich, dass das Phänomen von unterschiedlichen Formen der Zugehörigkeit für die Kirche nichts wirklich Neues darstellt. Das Modell einer „Kirche mit offenen Rändern" mag zwar unübersichtlich erscheinen; die Autoren weisen aber nach, dass es soziologisch angemessen, theologisch legitim und sachgerecht ist (S. 256). In ihren Handlungsempfehlungen heben die Autoren folgende Merkmale und Schwerpunkte einer pluralitätsfähigen lernenden Kirche hervor: Eine positive Sicht auf punktuelle Unterstützer und Sympathisanten, die Stärkung kirchenbindender Elemente wie Kasualien und des sozial-caritatives Engagements sowie bzgl. liturgischer Feiern eine Reziprozität von (erlebtem) Inhalt und ritueller Form (S. 261f.). Sie heben dabei hervor, dass die Konkretisierung dieses Modells eine Frage gelebter Glaubenspraxis vor Ort darstellt." (S. 45)

 

Bibliographie: Stephan Chmielus, Kirchenaustritt - oder nicht? Wie Kirche sich verändern muss, in: Schule und Kirche. (Fachzeitschrift der HA Schule und Erziehung im Bistum Münster), Nr. 186 / Dezember 2018, 44-45 (=   https://www.bistum-muenster.de/fileadmin/user_upload/Website/Downloads/Aktuelles/Publikationen/Kirche-und-Schule/2018/2018-12-KuS-Umsonst.pdf).

 

Die Rezension insgesamt findet sich auf der Seite des Bistums Münster (s. 44f.) >>

Website der Bistums Essen zu Kirchenaustritt bzw. -verbleib >>

Informationen zur Studie auf der Seite des Verlags Herder >>

 

 

 

Ernennung zum Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von "Ordo Socialis"

Foto: Universität Potsdam

[02.01.2019] Zum Jahresbeginn 2019 ist Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster), zum Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von "Ordo Socialis" berufen worden. Wir gratulieren unserem Institutsdirektor von Herzen!

"Ordo socialis" ist eine wissenschaftliche Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die „Christliche Gesellschaftslehre“ zu fördern und damit „für Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt“ einzutreten. Sie wurde 1985 als selbständiger Verein aus dem Bund Katholischer Unternehmer (BKU) heraus gegründet und trägt vor allem im Bereich der Wirtschaftsethik zur internationalen Diskussion christlicher Positionen in Kirche und Gesellschaft bei.
 
Derzeitiger Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats von "Ordo Socialis" ist der in München an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrende Sozialethiker Prof. Dr. Markus Vogt, den Eggensperger im WS 2018/19 im Rahmen einer Gastprofessur an der LMU vertritt.
 
 

Website von "Ordo socialis" >>

 

 

  

 

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WiSe 2018/19 AKTUELL


PTH Münster
VL M12: Christliche Sozialethik (Eggensperger) >>
VL M23/Liz.: Theologie der Erfahrung (Engel) >>
VL Liz.: Mystische Dimensionen des Islam (Halft) >>
 
Universität LMU München
Die Tugend der „Prudentia“ bei Thomas von Aquin (Eggensperger) >>
 
Kath. Universität Eichstätt
VL Christliches Handeln in der Verantwortung für die Welt (Eggensperger) >>
 
Pontificio Istituto di Studi Arabi e d’Islamistica Roma
• Seminar Liz.: Inroduction to Arabic Manuscript Studies (Halft) >>
 
 
 

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