Christian Bauer OPL würdigt den Gründer des Predigerordens

Abb.: Jürgen Kaufmann/Nürnberg via feinschwarz.net

[08.08.2021] Der 8. August ist heute der Festtag des hl. Dominikus. Der Pastoraltheologe Prof. Dr. Christian Bauer OPL (Universität Innsbruck / Institut M.-Dominique Chenu Berlin) zeigt in seinem Beitrag für das Internetportal feinschwarz.net, dass der von Dominikus gegründete und 1216 päpstlich anerkannte Predigerorden mehr als nur die Inquisition zu bieten hat, sondern auch heute noch ein attraktives Modell christlicher Existenz darstellt. Und dass ein Jesuit, der sich als Papst ‚Franziskus‘ nennt, vielleicht gar kein schlechter Dominikaner wäre…

 


 

"Es dürfte wenige christliche Orden geben, an deren Ursprung eine Kneipe steht. Genauer gesagt: eine Wirtsstube im mittelalterlichen Toulouse. Auf Durchreise nächtigte 1203 der spanische Regularkanoniker Dominikus bei einem Gastwirt, der der ‚ketzerischen’ Glaubensgemeinschaft der Katharer angehörte. Mit ihm kam Dominikus, so erzählt die Legende, ins Gespräch. Sie redeten die ganze Nacht hindurch. Und am nächsten Morgen war der Gastwirt zum Glauben der Kirche bekehrt. Mehr noch: Auch Dominikus bekehrte sich. Er beschloss, sein bisheriges Leben aufzugeben und das Evangelium Jesu von nun als umherziehender Wanderprediger zu verkünden.

Ob sich diese Kneipenszene am Ursprung des Predigerordens (OP = Ordo praedicatorum) wirklich so ereignet hat oder einfach nur gut erfunden ist, ist im Grunde wenig bedeutsam. Sie trägt jedenfalls noch immer zum dominikanischen Selbstverständnis bei. Von dieser nächtlichen Begegnung am Tresen eines ‚Ketzers’ ausgehend, wird dieses Selbstverständnis im Folgenden entfaltet: als in seinem Ort zeitgenössisch (1), in seiner Botschaft inkarnatorisch (2) und in seinem Weg jesuanisch (3). Denn es zielt auf eine Rückkehr zu den Quellen christlicher Nachfolge, die automatisch zu Zeitgenossinnen und Zeitgenossen der eigenen Gegenwart  macht: „Je mehr ich in meiner Zeit präsent bin, desto mehr bin ich auf die Ursprünge zurückverwiesen. Und je mehr ich mich meinen Ursprüngen zuwende, umso mehr bin ich in meiner Zeit präsent.“ (M.-Dominique Chenu). [...] 

 

 

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3/2021: "Die Welt geht unter. Wer kommt mit?"

Abbildung: www.wort-und-antwort.de

[09.08.2021] "'Die besten Postapokalypse-Spiele, die du vor der Apokalypse spielen solltest', stellte Jonas Wekenborg, Experte für Software und Games, Anfang 2019 auf dem Tech-Portal „Giga“ vor. Angesichts der Tatsache, dass die Post-Apokalypse seit Jahren bereits ein populäres Setting für zahlreiche Videospiele darstellt, fragt Wekenborg, ob dies bedeute, 'dass sich zahlreiche Spieler insgeheim wünschen, dass endlich alles vorbei ist' (www.giga.de, Abruf: 12.07.2021).

Das vorliegende WORT UND ANTWORT-Heft greift das bei Wekenborg vermutete Lebensgefühl in seinem Titel auf: „Die Welt geht unter. Wer kommt mit?“. Allerdings kommentieren die versammelten Texte nicht bloß aktuell virulente Stimmungen. Vielmehr versuchen sie die dort sichtbar werdenden Depressionen (Joachim Valentin im Blick auf Lars von Triers Film Melancholia, 2011) und Todesallianzen (Dagmar Peterson fokussiert auf Klimawandel, Artensterben und Umweltzerstörung) tiefergehend als Zeichen der Zeit zu verstehen. Dazu passt auch die Beobachtung, dass sich apokalyptisches Denken in den Monaten der Corona-Pandemie verstärkt artikulierte. Aus dogmatischem Blickwinkel und in einer Relecture der Johannesoffenbarung definiert Hans-Georg Gradl vor diesem Hintergrund die Apokalyptik als eine zentrale Form des Krisenmanagements, das Leben schützen und Handlungsoptionen eröffnen will. Biblisch gesehen, darauf machen Joachim Kügler und Blessing Nyahuma aufmerksam, eignet den apokalyptischen Texten zumeist ein politisches Widerstandspotential. In systematischer Hinsicht rekonstruiert Jürgen Kroth dieses Potential in den „Unzeitgemäßen Thesen zur Apokalyptik“ des Münsteraner Theologen Johann Baptist Metz (1928–2019). Chiliasmus (Leonard Lehmann OFMCap am historischen Beispiel des Joachim von Fiore, um 1135–1202) und Millennialismus (Hans Gasper OPL im Blick u.a. auf evangelikale und pentekostale US-Kirchen) stehen für radikale Erwartungen. Ihre geschichtliche Nicht-Einlösung ist ihr Problem – wie auch eine antijudaistische Entkoppelung von Kirche und Israel. Letzteres gilt nicht nur für manche millennialistische Positionen, sondern auch für die apokalyptischen Predigten des Vincenz Ferrer OP (1350–1419), wie Norbert Schmeiser aufzeigt." (Editorial)  

 

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Thomas Eggensperger OP im Interview mit "katholisch.de"

 

Abb.: privat

[07.08.2021] Lange sehnen die Menschen ihn herbei: den Urlaub. Niedrige Inzidenzwerte machen es in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie möglich, in den Urlaub zu fahren. Der Sozialethiker Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin) ist Mitglied in der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Freizeit und Tourismus (KAFT) der Deutschen Bischofskonferenz. Im Interview mit "katholisch.de" erläutert er, warum gerade jetzt der Urlaub so wichtig ist – selbst wenn man im Lockdown gezwungen war, seine Freizeit anders zu gestalten. Er benennt außerdem zwei Ebenen der Tourismuspastoral, auf die es aus seiner Sicht ankommt.

 


 

Frage: Aktuell befinden sich viele Menschen trotz der Corona-Pandemie im lang ersehnten Sommerurlaub. Warum ist Urlaub überhaupt so wichtig?

Eggensperger: Die Urlaubszeit hat für viele Menschen eine so große Bedeutung, weil sie eine Auszeit von der Arbeitszeit ist. Der Begriff der Muße spielt hier eine wichtige Rolle, denn er ist das Gegenstück zur Arbeit und ergänzt sie. Muße ist nicht zu verwechseln mit Müßiggang oder Faulheit. Sie ist ein Ausgleich zur Arbeit. Urlaub bedeutet für den Arbeitnehmer eine freie Zeit, für den Arbeitgeber ist Urlaub aber auch der Wunsch, den Angestellten danach erfrischt und mit neuer Kraft für seine Tätigkeit zurückzuerhalten. Muße sollte als eine aktive Tätigkeit verstanden werden. Es ist sehr interessant, dass Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si" in diesem Zusammenhang den Begriff der Kontemplation genannt hat. In der Muße soll man sich also Zeit für die Betrachtung nehmen. Als Dominikaner denke ich an den Ausspruch des Thomas von Aquin "Contemplari et contemplata aliis tradere". Das bedeutet, etwas zu betrachten, um es weitergeben zu können und ist der Auftrag, den sich der Predigerorden gegeben hat. Um etwas weitergeben zu können, braucht es also zuvor die Muße, etwas zu betrachten. 

 

 

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