"Jesaja - quer gelesen" - ein Heft für Advent und Weihnachten

[15.11.2018] Das Buch Jesaja kommt recht adventlich daher! Im liturgischen Jahr spielt das Buch vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit eine besondere Rolle und wird vielfach in Gottesdiensten gelesen. Unter dem Titel „Jesaja. Quer gelesen“ präsentieren wir neben der liturgischen Rezeption eine Reihe anderer Angänge im Umgang mit dem Propheten: feministische, jüdische, politische, ästhetische

Ulrich Berges (Bonn) bezeichnet Jes in seinem Stichwort als „liturgische Kathedrale“, entstammt das Buch doch aus verschiedenen Epochen und setzt in seinen Teilen inhaltlich recht unterschiedliche Akzente. Der Liturgiewissenschaftler Stephan Winter (Osnabrück/Münster) möchte mit Jesaja zu einer Politik der Hoffnung finden. Liturgie will zwar keine Anweisungen zur Gestaltung von Tagespolitik geben, dennoch aber den ganzen Menschen prägen – auch den „homo politicus“. Eine alternative Lesart des Jesaja bietet Irmtraud Fischer (Graz) an, indem sie besonders das Weibliche im Jesajabuch hervorhebt. Es gibt einige Sprachbilder aus der weiblichen Biologie, die aufhorchen lassen. Daniel Krochmalnik (Potsdam) fragt aus jüdischer Sicht nach der Bedeutung des „Gottesknechts“. Möglicherweise ist er eine Person, möglicherweise auch nur eine Personifikation. Die Rolle des Jesaja-Buches im Rahmen der kirchlichen Friedensbewegung in der DDR wird von Ruth Misselwitz (Berlin) beleuchtet. Wolfgang W. Müller OP (Luzern) beschreibt die musikalische Rezeption des Jesaja-Sujets sowohl in der Klassik als auch in der zeitgenössischen Musik.

Dass der Name des Propheten auch Programm sein kann, haben die Dominikaner in Jerusalem erkannt, als sie ihre Gemeinschaft „Saint-Isaïe“ nannten. Das Anliegen Bruno Hussars OP wird von Annie-Laurent näherhin beschrieben. Den Abschluss des Themenheftes bildet die Relektüre eines Jesaja-Kommentars des hl. Hieronymus durch Christian Hornung (Bonn).

Thomas Eggensperger OP/Frano Prcela OP

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"Zeit ohne Ewigkeit" in 2. Auflage erschienen!

[01.11.2018] Noch im Erscheinungsjahr erlebt das Buch "Zeit ohne Ewigkeit" von Thomas Dienberg, Thomas Eggensperger und Ulrich Engel seine zweite Auflage. Dies zeigt, welch aktuelles Thema die drei an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster lehrenden Theologen in ihrer Veröffentlichung behandelt haben.

Zeit-Management, Work Life-Balance und Freizeit sind brandaktuelle Themen, die gegen Stress, Burnout und digitale Omnipräsenz angeführt werden. Personalchefs, Gewerkschafter, aber auch Kirchenvertreter müssen allgemeine Erfordernisse und individuelle Bedürfnisse befriedigen: Nur zufriedene Mitarbeiter erbringen die erhoffte Leistung, nur überzeugte Arbeitgeber sind offen für alternative Beschäftigungsmodelle, die Work Life-Balance, Familienauszeiten und Sabbaticals zulassen. Für die Kirchen und die Gesellschaft wird dies existenziell: Sie leben davon, dass Gläubige Zeit und Muße finden, sich sozial und kirchlich zu engagieren. Hier setzt das Buch an: In Theologie und Spiritualität gibt es eine lange Tradition der Auseinandersetzung mit Freizeit und Muße. Das Buch der drei an der PTH Münster tätigen Professoren hebt diese Schätze und macht sie für das Leben heutiger Menschen fruchtbar.

Prof. Dr. Thomas Dienberg OFMCap (IUNCTUS Münster / PTH Münster: Theologie der Spiritualität) beleuchtet den „Umgang mit der Zeit“ auf der Basis einer Theologie der Spiritualität. Zeit-Erleben heute ist sowohl digitalisiert und entgrenzt als auch be- und entschleunigt, wobei gerade Letzteres oftmals nur ein noch zu erreichendes Desiderat darstellt. Das Zeit-Erleben steht unter den Konditionen der Geschichte, denn der Mensch lebt mit der gottgeprägten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dies gilt es nicht nur zu reflektieren, sondern auch zu konkretisieren.

Das Spannungsfeld „Arbeit, Muße, Langeweile“ – ein scheinbar unwirkliches Wechselverhältnis – wird seitens Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PTH Münster: Sozialethik) sozialethisch debattiert. In der Sozialgeschichte hat sich die Einstellung zu Muße, Langeweile oder acedia verändert: Die anfänglichen Reserven gegenüber diesen menschlichen Grundeinstellungen, theologisch zeitweise als Todsünde betrachtet, lösen sich zunehmend auf in eine positiv gerichtete Gestaltung von freier Zeit, die nicht totgeschlagen, sondern im Sinne einer Zeitsouveränität gestaltet wird. Arbeit und Freizeit sind heutzutage weniger Antipoden als vielmehr Partner.

In systematisch-theologischer Hinsicht untersucht Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PTH Münster: Philosophisch-theologische Grenzfragen) Dauer und Ende der Zeit. Seine Tiefenbohrungen im Anschluss an die Philosophen Walter Benjamin und Giorgio Agamben wollen der begrenzten (Lebens-)Zeit Positives abzugewinnen. Nur wo die Zeit theologisch als endlich gedacht und in diesem Sinne gelebt wird, gewinnt menschliches Leben Tiefe. Benjamin argumentiert mit der (säkularisierten) Figur des Messias. Agamben erkennt in den Texten des hl. Paulus einen qualitativ neuen Zeitbegriff, der die „Jetztzeit“ vom „Ende der Zeiten“ her zu deuten versucht.

 

Bibliographie: Thomas Dienberg / Thomas Eggensperger / Ulrich Engel, Zeit ohne Ewigkeit. Lebensgefühl und Last des gehetzten Menschen, Matthias Grünewald Verlag Ostfildern 22018, 124 S., geb., € 22,00, ISBN 978-3-7867-3093-4.

 

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Studium der Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin


Foto: Freie Universität Berlin, Siegel

[01.10.2018] Mit dem 1. Oktober 2018 hat Amirhoushang Rahmannejad OP sein Studium der Islamwissenschaft an der Freien Universität aufgenommen. Im begleitenden Studienprogramm ist er in den Fächern Judaistik und Katholische Theologie eingeschrieben. In den ersten Semestern stehen neben den obligatorischen Einführungsveranstaltungen vor allem die Sprachen Arabisch und Hebräisch an. Amirhoushang Rahmannejad OP ist seit Frühjahr 2018 Mitglied der Dominikanerkommunität am Instituut M.-Dominique Chenu Berlin. 

 

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NEU: WiSe 2018/19 AKTUELL


PTH Münster
VL M12: Christliche Sozialethik (Eggensperger) >>
VL M23/Liz.: Theologie der Erfahrung (Engel) >>
VL Liz.: Mystische Dimensionen des Islam (Halft) >>
 
Universität LMU München
Die Tugend der „Prudentia“ bei Thomas von Aquin (Eggensperger) >>
 
Kath. Universität Eichstätt
VL-Titel wird noch bekannt gegeben (Eggensperger)
 
Pontificio Istituto di Studi Arabi e d’Islamistica Roma
• Seminar Liz.: Inroduction to Arabic Manuscript Studies (Halft) >>
 
 
 

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